Der neue Darwin Code


Lamarck, Darwin und Popper?
Evolutionstheorie der Erkenntnissysteme

Die hier aufgeführten Theorien, die das Bewusstsein und die Schöpfungskraft aller Lebensformen einbezieht (Ersterlebnisse, Steinzeithöhlen-Fotoapparat, Südamerikanisches Einmauerungsverfahren, Stonehenge, weiße Genbereiche, Redescription der Gene, Kunstformel, Ausstellungskonzepte,(Erkenntnissystemtheorie) führen in ihrem Gesamtzusammenhang zu einer einheitlichen Evolutionstheorie der Erkenntnissysteme.40/41 Ersterlebnisse und Erkenntnisse führen je nach Gewichtung des in den Genen gespeicherten Arterhaltungsprogramms, zumindest über das Unterbewusste zu einer Kreativitäts- und Persönlichkeitssteigerung, darüber hinaus sogar zu neuen, vererbbaren (epigenetischen) Genkodierungen. Erinnert sei an dieser Stelle an das Rattenexperiment, bei dem die Versuchstiere in einer bestimmten Zone ihres Käfigs elektrischen Schlägen ausgesetzt wurden und diese Informationen an ihre Jungen in ihrem Erbmaterial weitergaben.

Darwin dürfte mit seiner Evolutionstheorie der zufälligen Mutation und natürlicher Auslese zum Teil widerlegt sein.42 Das Theoriegebäude zur Evolution von Lamarck, Darwin und Popper sollte neu betrachtet und gewichtet sowie zu einem neuen Ansatz zusammengezogen werden, der die Komponenten des Bewusstseins, die Kreativität, die Erkenntnistheorie zur Bewusstseinsevolution aller Lebensformen berücksichtigt.

 

Gelbe Gegenwart
1986
Plastik mit Klebeband
Höhe 38 cm

Museum Liedtke, Port de Andratx, Mallorca

Eine visions-, kreativitäts-, und kunstlose Gesellschaft versinkt in Depressionen, Kriminalität, Terrorismus und Kriege. Zahlreiche empirische Forschungsstudien aus den 90-ziger Jahren belegen diese Zusammenhänge. (siehe auch art open Katalog ersch. 2000)

Automatie-Redescription -Weiße Genbereiche
Software
1986
Öl auf Holz
Format 130 x 152 cm

Bewusst wird uns, dass die Visionen evolutionsbedingte Genprogramme lösen und alte sowie noch nicht beschriebene weiße Genbereiche unmittelbar neu programmieren, eins mit der Natur und doch im Chaos, als revolutionäres egoistisches Ich-Bewusstsein der äußeren Evolution voraus, dem Wir, der Art die Brücken bauend, die Zukunft im ewigen Wandel öffnend, können wir durch neue Fähigkeiten das erdige Paradies der Paradiese selbst mitkreieren.

Weg / Kunst = Neue Genstruktur
1988
Spanplatte
Format 404 x 153 cm

Die Genforschung bestätigt mehrfach, 1998 –2006, das Informationen zu Genveränderungen zu neuen arterhaltenden Fähigkeiten führen können. Dieter W. Liedtkes Werke sind damit bestätigt er postuliert weitergehend durch seine Arbeiten: Kunst, neue Sinneseindrücke oder Visionen und Kreativität öffnen durch Veränderungen der Genstruktur den Zukunfts- und Evolutionsweg.
(siehe auch art open Katalog ersch. 2000)
 

31 „Eine zeitlose Welt ist nicht vorstellbar, ist jedenfalls mit den geläufigen Vorstellungen nicht in Einklang zu bringen. Die Gegenimagination einer unveränderbaren Ewigkeit bleibt Phantasie und erfordert die Konstruktion eines Beobachters, nämlich Gottes, für den die Zeit als Gesamtheit aller Zeitpunkte und Zeitunterschiede Gegenwart ist. Wir aber müssen davon ausgehen, dass die Welt selbst ein Rahmenhorizont für zeitliche Veränderungen ist, also, was Zeit betrifft, durch den Unterschied von Vergangenheit und Zukunft, beschrieben werden muss.“ Niklas Luhmann in: „Entscheidungen“, 1996 über Dieter W. Liedtke Kunst und das Konzept zur Kunstausstellung art open.

32 „Erkenntnisbilder“ von Dieter W. Liedtke, Museum Liedtke, Port d´Andratx, Mallorca.

33 „Ein Raum/Zeit-Kontinuum stellt keine neue Dimension dar. Denn Zeit ist immer schon in den Dimensionen 1, 2 und 3 enthalten. Durch die 4. Dimension ist alles Vergangene räumlich und zeitlich, gleichzeitig miteinander verbunden. Informationen können so, ohne dass Zeit vergeht, vermittelt werden. Alle sich neu entwickelnden Evolutionsstufen, Informationen und Bewusstseinsebenen sind in der 4. Dimension, als offene Möglichkeit existent. Nur in den 3 Dimensionen erscheinen sie mit den Faktoren: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.“ In: Dieter W. Liedtke: Die 4. Dimension. Butler-Verlag. Essen 1987.

34 „Also ist ein Unterschied von Vergangenheit und Zukunft durch die Welt bereits vorgegeben, wenn es zu Entscheidungen kommt. Entscheidungen leisten dann einen Wiedereintritt („re-entry“ im Sinne von Spencer Brown) der Zeit in die Zeit, der Unterscheidung von Vergangenheit und Zukunft in die Unterscheidung von Vergangenheit und Zukunft. (Dazu: George Spencer Brown. „Laws of Form“. Neudruck New York 1979. S. 56f, 69ff.) Damit wird eine Situation erzeugt, in der der bisherige Operationstyp, zum Beispiel Handeln, nicht mehr ausreicht. Der Beobachter, der die Unterscheidungen benutzt, um mit ihrer Hilfe zu beobachten, ist jetzt auf Imagination angewiesen. Er muss Vergangenheit, wie sie ihm gegenwärtig durch sein Gedächtnis gegeben ist und Zukunft, die ihm ein Oszillieren inner halb der Unterscheidungen, die er benutzt, ermöglicht, unterscheiden. Das beobachtende System wird für sich selbst intransparent und unbestimmbar. Es kann Selbstbeschreibungen anfertigen, aber dies nur in der paradoxen Form, dass die Beschreibung in das eintritt, was sie selbst beschreibt und so die Unterscheidung von Subjekt und Objekt und damit den klassischen Rahmen einer Theorie der Kognition auflöst. Die Konsequenzen eines solchen Wiedereintritts der Zeit in die Zeit reproduzieren zugleich die Bedingungen der Möglichkeit von Entscheidungen. Die Entscheidung benötigt eine „memory function“. Sie muss die Gegenwart als Ergebnis einer unabänderlichen Vergangenheit hinneh men. Sie muss vom vorgefundenen Weltzustand ausgehen. Aber mit ihrem Gedächtnis ist sowohl die Möglichkeit des Erinnerns, als auch die Möglichkeit des Vergessens gegeben und das Vergessen schafft ihr den Spielraum für neue Operationen, die das Gedächtnis „reimprägnieren“ können. Ein Gedächtnis hat demnach eine inventive Funktion. Der Beobachter ist dank seines Gedächtnisses weder genötigt, noch in der Lage, sich mit der Welt, wie sie war, zu identi fizieren. Ferner benötigt die Entscheidung, um diesen Spielraum nutzen und Zukunft von Vergangenheit unterschei den zu können, eine „oscillator function“. Sie muss Unterscheidungen (zum Beispiel Zwecke) voraussetzen, innerhalb deren sie von der einen Seite zur anderen oszillieren kann: Der Zweck wird erreicht – oder nicht erreicht. Memory function und oscillator function können nur zugleich, also nur in der Gegenwart angewandt werden, aber sie zwin gen die Gegenwart zur Unterscheidung von Vergangenheit und Zukunft.“ Niklas Luhmann in: „Entscheidungen“, 1996 über Dieter W. Liedtkes Kunst und sein Konzept zur Kunstausstellung art open.

35 „Der Künstler ist gleich Gott.“ Johann Wolfgang von Goethe, in: Buch der Zitate, Mosaik Nachschlagewerk, München, 1981, Seite 227.

36 „Die Kunst ist auf keinem anderen Weg zu finden als auf ihrem eigenen.“ Konrad Fiedler in: Schriften zur Kunst, Hrsg.

G. Boehme, Wilhelm Fink Verlag, München, o.J., Bd. 2, Seite 59.

37 „Das macht auch Zenon geltend, wenn er definiert: Kunst ist eine Fähigkeit, Wege anzulegen, d.h. Werke vermittels eines Weges oder einer Wegleitung hervorzubringen. “Scholia zu Dionysios Thorax, in: W. Tatarkiewicz: Geschichte der Ästhetik, Schwabe & Co.Verlag, Basel/Stuttgart, 1979, Bd.1, Seite 234.

219

38 (35) Siehe auch: Dieter W. Liedtke: „Die 4. Dimension“. Butler Verlag, Essen 1987.

„... er will über das Bild, über die Bilder pur und direkt Kreativitätsschübe sichtbar machen, begreifbar machen. Seine Kunstformel – Leben + Bewusstseinserweiterung = Kunst – ist das Kondensat seiner Forschungen und Bemühungen, die er in verschiedenen Publikationen erläutert hat: Das Bewusstsein der Materie (1982), Die vierte Dimension (1987), Der Schlüssel zur Kunst (1990). Dieser heutigen Revolution setze er die Zeit gegenüber als die Mehrheit der Menschen nicht lesen und schreiben konnte, als das Wissen nur beschränkt transportierbar war, weil es nur wenigen Auserwählten vorbehalten blieb. Heute jedoch ist der Zugang zur Kreativität nur über Bilder möglich, weil das menschliche Bewusstsein mit Bildsequenzen arbeitet. Die Urform jeder Zukunftsschau ist die Vision, der Traum, die Verbindung von nicht vorhandenen Realitäten. Der Weg von der Zukunft in die Gegenwart ist nur über die Bildsprache, die Kunst möglich. Sie macht den Menschen visionär. Sie lässt ihn bisher unbeachtete Prozesse erleben und begrei fen“. (...) Harald Szeemann über Liedtkes Kunst. Aus: Pressekonferenz art open vom 16. Juni 1998,Hamburg.

39 „Alle Kunst ist Entwicklung von Vorstellungen, wie alles Denken Entwicklung von Begriffen ist.“ Konrad Fiedler in: Schriften zur Kunst, Hrsg. G. Boehme, Wilhelm Fink Verlag, München, o.J., Bd. 2, Seite 59.

40 „Ich kenne noch keine bessere Definition von Kunst als diese: Die Kunst, das ist der Mensch hinzugefügt zur Natur, die er entbindet, die Wirklichkeit, die Wahrheit und doch mit einer Bedeutsamkeit, die der Künstler darin zum Ausdruck bringt.“ Vincent van Gogh in: W. Hess, Dokumente zum Verständnis der modernen Malerei, Rowohlt Verlag,

12. Aufl., Reinbeck b.H., 1972, Seite 23f.

41 „Dem Naturwissenschaftler erschließt sie eine Ebene an Informationen, die ihm aus seinen Werken neue Ansätze und Theorien für naturwissenschaftliche Versuche und neue Erkenntniswege aufzeigen können. Man kann seine Bilder aber auch als Schlüsselinformationen für ein erweitertes Toleranz- und Achtungsgefühl der Menschen mit und unterein ander verstehen. Alles hier ist wichtig. Der Mensch, die Natur bis hin zum Stein scheinen ein Teil seiner selbst zu sein. Die vier Bereiche – zeitlose Zustände, Philosophie, Naturwissenschaften und Soziologie – führen in seinen Kunstwerken immer wieder über alles bisher Dagewesene hinaus. Karl Ruhrberg über Liedtkes Kunst in: Ausstellungskatalog art open, 1997.

42 Siehe auch: Glaubrecht, Matthias: „Evolution macht den Tieren Beine“ in: „Die Welt“ vom 12. November 1998


für Seite 193: Die heutigen neurobiologischen-, Gen- und Zellforschungsergebnisse dokumentieren die Erkenntnisse aus meinen Kunstwerken aus den siebziger, achtziger und neunziger Jahren, die ich in dem Buch das Bewusstsein der Materie 1982 veröffentlicht habe, was mir für die neue art open Organisation in Zeitz die nötige Kraft und Verpflichtung gibt, zumal der Forscher und Neurobiologe Eric Kandel in den neunziger Jahren meine Kunstforschungsergebnisse (z.B. das von mir in den siebziger Jahren entwickelte Sandkastenmodell vom Gehirn und die Übernahme von kreativen Prozessen in der Gehirnvernetzung) bestätigte. Für seine Forschungsergebnisse hat Eric Kandel im Jahre 2000 den Nobelpreis für Medizin erhalten.

Erkenntnisse programmieren die Gene neu


Eine Theorie über die Beeinflussung der Genprogramme und Inhalte durch Ereignisse/ Erkenntnisse und Visionen.
Sehen und Wissen ist dasselbe, sagt Leonardo da Vinci. Wir denken und träumen in Bildsequenzen. Erste, bzw. neue Informationen, optisch sichtbare Innovationen und Erkenntnisse haben einen direkten Zugang zum Unterbewussten und gestalten so tragend die Möglichkeiten eines Ahnens und kreativen Denkens. Der Neurobiologe und Nobelpreisträger Eric Kandel New York in einem TV Gespräch des Senders 3 SAT mit Gert Scobel in Berlin hierzu : „Vor kurzem wurden einige großartige Entdeckungen über Spiegelneuronen von einem italienischen Labor veröffentlicht (Giacomo Rizzolatti), die Aufsehen erregend sind. Wenn ein Affe eine Frucht aufhebt und in den Mund steckt, feuern ganz bestimmte Neuronen in dessen Gehirn. Wenn Sie jetzt das Gleiche tun, dann feuern bei Ihnen dieselben Neuronen – und beim Affen ebenso.

Das heißt, dass diese Neuronen nicht nur beim tatsächlichen Akt feuern, sondern auch bei der Nachahmung, der Erwartung des Akts.“ Also bei der Aktivierung von Vorstellungen oder Fantasie oder Systemen zur Kreativitätsförderung und Eric Kandel weiter: „Bei der Suche nach den molekularen Grundlagen fanden wir heraus, dass beim Kurzzeitgedächtnis innerhalb der Nervenzelle ein Signalsystem namens zyklisches AMP aktiviert wird, welches die Verbindung kurzzeitig verstärkt. Beim Langzeitgedächtnis jedoch, wenn man etwas wiederholt, dann kann das zyklische AMP sogar bis in den Zellkern gelangen – dem Zentrum der Gen-Regulierung – und Gene einschalten. Das bedeutet also, dass während unseres Gesprächs Gene in unseren Gehirnen verändert werden. Das ist eine überraschende Erkenntnis. Viele Leute glauben, dass die Gene über unser Verhalten bestimmen. Sie erkennen nicht, dass Gene auch von unserer Umwelt beeinflusst werden. Die Gene in unserem Gehirn werden durch Lernen und (unterschiedliche) Umwelteinflüsse modifiziert.Sie verändern den Grad ihrer Umsetzung und das führt zum Wachstum neuer Nervenzellen.“

Das Foto als Ersterlebnis

Diesen Prozess muss man sich so vorstellen, dass der Fotoapparat eines Benutzers die Funktion des Bewusstseins, des Unterbewussten, der Funktionsabläufe und der Genprogramme beinhaltet. Der Mechanismus des Fotoapparates, die Optik, die Genprogramme, der Film gehören zu den Elementen unseres Bewusstseinsprogramms. Der Film ist gleichzeitig unser Unterbewusstes. Die Linse steht für unsere optischen, aber auch für alle anderen Sinnesorgane. Liegt vor der Linse eine Abdeckklappe, ist sie verschlossen, so ist keine Aufnahme möglich.

Eine geöffnete Linse dagegen ist aufnahmebereit für neue Eindrücke und Erkenntnisse, die wir in diesem Moment durch die Betätigung des Auslösers, als Schlüsselerlebnisse speichern. Der Knopf, den der Benutzer der Kamera drückt, um die gewünschte Aufnahme festzuhalten, ist mit unserem Genprogramm gleichzusetzen, das zur Arterhaltung, Erkenntnisse speichert. Diese Funktionsabläufe sind nicht vom Verstand beeinflussbar, sie laufen gewissermaßen, wie von selbst ab.1 Das Automatieprogramm lagert neue Erkenntnisse, sowohl im Bewusstsein, als auch im Unterbewussten und in den Genen des Betrachters ab. Es hängt von unserem Erkenntnisstand und unseren Bedürfnissen ab, was wir als Erinnerungswert festzuhalten beabsichtigen. Immer ist es die individuelle Betrachtung des Einzelnen, der, entsprechend seinem Gefühl2 und seinen Bedürfnissen, den Auslöser betätigt. Er setzt den Mechanismus zur Erhaltung und Speicherung des Wahrgenommenen nur dann in Funktion, wenn er eine neue Erkenntnis, eine neue Sichtweise, eine neue Information oder ein gravierendes Rätsel erlebt.

Alltäglich wiederkehrende Informationen werden von uns in der Regel nicht fotografiert. Neu gewonnene Erkenntnisse wer- 194 1 Die Forschung bestätigt diesen Ansatz: „Umwelteindrücke dringen über Botenstoffe bis in den Zellkern vor und beeinflussen dort die Aktivität einzelner Gene. Damit geraten die Ansichten von der alles bestimmenden Macht des Erbguts ins Wanken. Das Gehirn erweist sich geradezu, als eine Umbaumaschine, die Verschaltungen ständig an Außenreize anpasst. Jeder noch so flüchtige Umwelteinfluss – ein Gespräch, ein Spiel, ein Raum, ein Erlebnis – lässt unser Gehirn verändert zurück“, so Carla Shatz, Neurobiologin der Universität von Kalifornien in Berkeley. 2 Siehe auch: „Die Hypothese der Affektlogik“ von Luc Ciompi. Spektrum der Wissenschaft, Heidelberg, Februar 1993 den über die automatiebedingte Betätigung des Auslösers der Genprogramme, durch die Bewusstseinsebene hindurch im Unterbewussten abgespeichert. Das Unterbewusste verbindet Erkenntnisse und Geninformationen zu einer Informationsebene, aus der sich Gedanken bilden, die dann das Bewusstsein des Menschen tatsächlich denkt und denken kann.

Bei Ersterlebnissen werden alle zeitgleichen Sinnesinformationen, Affekte und Gedanken als Zusatzinformationen in Form von Querverbindungen und Simultanvernetzungen aufgenommen, wie bei dem Fotografieren einer Person auch der Boden, der Hintergrund und der Baum mit abgespeichert werden. Der Benutzer der Kamera ist jederzeit in der Lage, sich über den Baum, bzw. über vergleichbare Erlebnisse, Gedanken oder Visionen das gesamte Ersterlebnis mit allen Sinneseindrücken wieder wachzurufen. Jeder kann sich den Prozess seiner eigenen Ersterlebnisse wieder in Erinnerung rufen und so das Gesagte nachvollziehen.

Die Umprogrammierung der Gene durch Ersterlebnisse

Vorhergesagte weiße Genbereiche oder Neuprogrammierung der Gene (1986) Dieses Genprogramm existiert unabhängig von der Gewichtung und Ausprägung der Sinnesorgane und des Primärsinnesorgans in allen Lebewesen3, auch in Pflanzen und dient dazu, dass einmal gemachte, positive oder negative Erkenntnisse sich im Unterbewussten anreichern.Bei gravierenden artbedrohenden Gefahren kann sich sogar die Genkodierung durch ein Gen-Erhaltungsprogramm verändern.4/5/6 Es ist aber auch denkbar, dass bisher noch nicht nachgewiesene, weiße, d.h. nicht beschriebene Genbereiche, bzw. DNA-Strukturen zu offenen Zukunftsmöglichkeiten über das arterhaltende Betriebssystem der Gene führen7/8 und so die Lebewesen evolutionär auf die sich verändernde Umwelt schöpferisch mit neuen Fähigkeiten reagieren oder agieren können. Zum weiteren Verständnis soll ein anderes Bild herangezogen werden, das einen Vergleich von Genprogramm, Unterbewussten und bewusstem Denken veranschaulicht.

196 3 Siehe auch: „Leben am Rande des Chaos. Eine spontane Neigung komplexer Systeme zur Selbstorganisation könnte die Evolution bei der Etablierung reichhaltiger Ordnungsstrukturen unterstützt haben“ von Stuart A. Kauffman. Spektrum der Wissenschaft, Heidelberg, Oktober 1991. 4 Siehe auch: „Erkenntnisbilder“ von D.W. Liedtke, Museo Liedtke, Port d´Andratx, Mallorca und „Redescription der Gene“, 1986; „Weiße Genbereiche“, 1988 und „Neuprogrammierung der Gene“, 1985. 5 Siehe auch: „ Die 4. Dimension von D. W. Liedtke, Ausstellungskatalog 1994, Kunst und Forschung. Gibt es Zusammenhänge? 6 Siehe auch „Das Bewusstsein der Materie“ von D W. Liedtke, 1982, Foundation of Modern Art, Vaduz. 7 Siehe auch: „Dynamische Gene« von Barbara Mc Clintock“, Nobelpreis für Medizin 1983. 8 Siehe auch: „Wir erleben den Beginn der neuen Ära der kognitiven Genetik“ von Eric Kandel, Gedächtnisforscher New York in Focus 7, München 1997

Der Mensch als Erde

Die Theorie der Schiffe

Ausgangspunkt ist die Überlegung, die Erde mit dem Bewusstsein, dem Unterbewussten und dem Genmaterial des Menschen gleichzusetzen. Der Erdoberfläche mit ca. 66% Wasseranteil kommt die Funktion des Unterbewussten zu.Die Oberfläche des Meeresbodens, in die das Wasser eingebettet ist, entspricht in diesem Gleichnis den Genen. Die wenigen Schiffe an der Wasseroberfläche, die auf dem Ozean kreuzen, haben bestimmte erfahrungsgemäße Fahrtrouten und Anlaufpunkte. Die bekannten Fahrtrouten sind die Gedankenbahnen und Erfahrungen des Einzelnen. Die Schiffe selbst sind die Gedanken. Wenn ein neuer Gedanke, der nicht in der Vernetzung der Fahrplanmöglichkeiten enthalten ist, in die Schiffe abgelegt wird, fährt das Schiff trotzdem weiterhin dieselbe Route. Solange die neue Information nicht verstanden oder bildhaft durch Sinneserlebnisse aufgenommen wird, bzw. sich durch Visionen selbst formatiert9 und ins Unterbewusste abgelegt wird, steuern die Schiffe auf ihrem gewohnten Kurs weiter. Trotz anderer Informationen verharrt der Einzelne in alten Gedankenbahnen. Erst wenn eine neue Erkenntnis in das Wasser eindringt, wird der Wasserspiegel der Ozeane angehoben.

Der Kapitän des Schiffes ist nun in der Lage, über die bisher bekannte Horizontlinie hinauszusehen. Er kann über den neuen Wasserspiegel (= Erkenntnisstand) bisher, nicht bekannte Ziele anvisieren, neu entscheiden und so seine Fahrtroute neu orientieren, bzw. verändern. 197 9 Dieser Prozess des Formatierens ist vergleichbar mit den Vorgängen, die sich im Schlaf im Gehirn abspielen und die insbesondere von dem Schlaf-Experten James Horne, Psycho-Physiologe der Loughborough University in Leicestershire eingehend untersucht wurden. Die gewonnenen Erkenntnisse heben nicht nur den Wasserstand an, sondern die über die Sinnesorgane zugänglichen Erstinformationen lagern sich auch in der Bodenstruktur des Meeres, also in den Genen ab, verändern so den Boden, bzw. die bisherigen Geninformationen und eröffnen neue Möglichkeiten.

Placebos und Information

Aus dieser Theorie ergibt sich, dass sich die Gene und Funktionen durch Ersterlebnisse und Erkenntnisse, denen sich ein Lebewesen bewusst oder unbewusst aussetzt, also auch im Schlaf10 , selbst neu programmieren.11 Ersterlebnisse können von außen erzeugt oder aber auch bei visionsstarken Menschen über nicht reale Bilder ausgelöst werden. An dieser Stelle sei nur auf das Managertraining, auf Sportler, die sich zu Höchstleistungen treiben und auf Menschen, die mit ihren negativen Visionen krank sowie Menschen, die mit ihren positiven Visionen gesund werden und auf die Placebowirkungen verwiesen. 199 10 Zebrafinken können offenbar etwas, wovon Menschen gern träumen – sie erlernen ihr Gesangsrepertoire im Schlaf. Das schließen Verhaltensforscher von der University of Chicago aus der Messung der Hirnaktivitäten einiger Exemplare, der in Australien und Indonesien heimischen Singvögel. Wurden den Versuchstieren, die für ihre Art typischen Tonfolgen vorgespielt, zeigten die Neuronen in dem zuständigen Hirnareal, dem Nucleus robustus archistriatalis, bei schlafenden Tieren, eine weit höhere Aktivität, als bei Vögeln in wachem Zustand.

Nach Ansicht der Forscher müssen Zebrafinken ihre eigenen Gesänge, lebenslang immer wieder hören - die Jungen, um sie zu lernen und die Alten, «damit ihre Stimmen nicht einrosten« in: Spiegel Nr. 52/1998. 11 In der Zeitschrift »Nature», 1998, diskutieren Forscher die Entdeckung des »Überlebensgens « durch amerikanische Biologen. Ausgangspunkt war ein Experiment mit Fliegen, die sich stets ihrer Umwelt anpassten. Die Forscher isolierten die Gene der Fliege und fanden so das »Überlebensgen», das die vorhandenen Erbanlagen immer so mischt, wie es eine veränderte Lebensumwelt verlangt.

Die Placebowirkung

Das Placebo ist ein Informationstransportmittel und Kreativitäts-Ritual, das in allen Völkern, als Naturheilverfahren seit Jahrtausenden, als Kopf- Ess- und Trink- Ritual und auch bei dem Verkauf von medizinischen Mitteln von der Pharma-Industrie erfolgreich genutzt wird. Die Wirkung von Placebos ist in Hunderten von Forschungsstudien belegt. Placebowirkungen sind das Resultat von Ritual-, Medium- und Medien-Inszenierungen und keine Wunder. Sie sind ein natürliches Gen-Programm der Evolution und die genetische Reaktion auf eine veränderte neue Situation in der Umwelt. So schreiben die Forscher Pollo A, Amanzio M, Arslanian A, Casadio C, Maggi G und Benedetti F/ Response expectancies in placebo analgesia and their clinical relevance.

Pain 2001;93:77–84.: „Placebos enthalten keinen Wirkstoff, es sind Scheinarzneimittel oder Scheintherapien, die aber trotzdem eine Wirkung entfalten. Die Information, die ein Patient über die Wirksamkeit und die Anwendung einer Therapie erhält, beeinflusst die Plazebowirkung in hohem Maß“. Die Wissenschaftler Bilsback P, Rolly G und Tampubolon O. schreiben über die Placebowirkungen: „Placebos können im Körper messbare Veränderungen bewirken und sogar Nebenwirkungen verursachen. An jeder Heilung und an jeder Besserung ist der Placeboeffekt beteiligt – gleichgültig, welche Art von Medizin angewandt wurde. Krankheiten und Beschwerden, die auf der Wechselwirkung von Körper und Seele beruhen, sind Placeboeffekten besonders zugänglich. Placebos wirken auch bei schweren organisch bedingten Erkrankungen oder Schmerzen“. Neue Forschungsergebnisse aus der Epigenetik bestätigen die positive und negative medizinische Wirkung von zielgerichteten Erkenntnissen, Kreativitäts- Events, Medieninformationen, Visionen oder Ritualen auf unseren Körper.

Demnach sind Medieninformationen, die über den eigenen Lebensraum hinausgehen, Placebos mit lebensgestaltender oder lebensvernichtender natürlicher Wirkung. 200 Nach der „Evolutionstheorie der Erkenntnissysteme“ ist die Placebo- Wirkung (Medizin ohne Wirkstoffe) auf neue Ideen, Informationen, Rituale, Visionen, Kreativität, also auf ein neu entstandenes inneres oder äußeres Bild zurückzuführen (das Ängste reduziert und neue Gestaltungsmöglichkeiten zulässt oder Ängste steigert und damit Kreativität und Intelligenz minimiert). Ausgewählte Bilder und Informationen fördern die Intelligenz und Gesundheit. Durch neue Informationen und Bilder werden innerhalb der neuronalen Vernetzung im Gehirn die Axone aktiv und suchen nach neuen Vernetzungsmöglichkeiten, zur positiven Zukunftsgestaltung, also auch zur Krankheits- und Depressionsreduzierung zur Persönlichkeits-, Intelligenz- und Kreativitäts-Entwicklung, mit neuen selbstgewählten Zielen. Das naturwissenschaftliche Magazin Science schreibt: „Die Gabe von Placebo führt zu denselben Effekten im Gehirn, wie die therapeutisch wirksamer Substanzen. Bei Parkinsonkranken ist im PET- Bild die Placebowirkung identisch mit der Zufuhr der Wirkung von endogenem Dopamin zum Corpus striatum“ Science 2001;293:1164–6 201

Die Information

Die Wissenschaft weist nach, dass die Wirkung von neuen Informationen, denen von Placebos gleichzusetzen ist oder noch klarer: Die neue oder kreative Information ist das Placebo, dass durch Ess-, Trink-, Verabreichungs- und Verfahrensritualverstärker ergänzt werden kann.

Das Placebo ist damit als Beiwerk zur neuen Information, die uns verändert, enttarnt. Somit ist die neue Information kein Placebo, sondern Natur-Medizin und der Anfang einer neuen, sich entwickelnden Informations-Medizin, der Epigenetik oder hoch giftig für unsere Gehirne und Körperzellen. Neue Informationen Visionen, Kreativität und Kunstwerke, die als real erfahren werden, gestalten die positive oder negative Wirkung auf unseren Körper in unserem Gehirn sofort durch Umgestaltungen der Gehirnvernetzungen als Reaktion, auf die Information, auf eine sich vermeintlich veränderte Umwelt. Durch eine neue neuronale Vernetzung im Gehirn ergeben sich geistige und körperliche Veränderungen. Wir sehen die Welt, wie wir sie wahrnehmen und unser Gehirn reagiert sofort über die genetischen Programme, die auf unsere Körperzellen Einfluss nehmen.

Der neu entstandene Forschungszweig der Epigenetik, geht den Fragen nach der Gen- und Zellensteuerung von der genetischen- und neurobiologischen- Seite nach. 202

Das Akupunktur-Ritual

Akupunktur ist exotisch und hilft, wie Studien zeigen: Medien-Informationen und Informations-Placebos können auf natürliche genprogrammierte Weise Ihre Gesundheit verbessern oder verschlechtern sowie Ihre Lebenszeit verlängern oder bis zu 28%, wie Studien zeigen, verkürzen. Zwei Forscherteams des Max Planck Instituts in Göttingen konnten nachweisen, dass sich die Gehirnentwicklung der Synopsen eines erwachsenen Menschen durch negative und positive Informationen neu vernetzt. Weitere Studien belegen, dass Kunst und die Vision dieselbe Wirkung auf die neuronale Vernetzung im Gehirn haben, da sie auf Informationen beruhen.

Die Vision ist im Grunde auch nur ein Bild, ein inneres Bild, das, wenn man in der Lage ist, es zu sehen – wie das reale Bild – den Menschen verändert. Beide können zur positiven Entwicklung von Krankheitsverläufen eingesetzt werden. Der Erkenntnis wahrnehmende Prozess war nach meiner Auffassung schon bei den Steinzeitmenschen, in Stonehenge und in anderen Kulturkreisen bekannt. 203 Die nachstehend erklärten Informations- und Motivationsrituale in den Steinzeithöhlen sowie von Goseck, Nebra und Stonehenge setzen immer voraus, dass in der Lebenseinstellung dessen, der sich Ritualen aussetzt, für ihn bewusst oder unbewusst dominante Fragestellungen oder Wünsche vorhanden sind. Diese Fragestellungen, verbunden mit der besonderen Lebenssituation und dem Erkenntnisstand, bringen in der heutigen Zeit, angesichts der veränderten Lebenssituationen, andere, insbesondere auf eine neue Zukunftsgestaltung gerichtete Wunschvorstellungen und Fragevoraussetzungen hervor, zu deren Beantwortung neue Motivations- Verstärkungssysteme benötigt werden.

Siehe auch: Dieter W. Liedtke: „A(= Audiovisuelles)V Marketing“. Butler Verlag, Essen 1987.